Biblisch-theologische
Grundlagen
In seiner Gottebenbildlichkeit ist dem Menschen verantwortungsvolles Handeln der Schöpfung und seinem Nächsten gegenüber aufgetragen.
Ein Kennzeichen dieses Geschenks, dieser Gnade Gottes ist die Gottebenbildlichkeit des Menschen. In ihr drückt sich die Verantwortung aus, die Gott dem von ihm geschaffenen Menschen überlässt:
Die Gottebenbildlichkeit stellt den Menschen in eine verantwortungsvoll handelnde Beziehung zu der ganzen Schöpfung, besonders aber zu seinem Mitmenschen, seinem Nächsten. Diese Botschaft Jesu Christi begegnet uns in der Bibel oder im Gottesdienst, und vor ihrem Hintergrund steht das praktische diakonische Handeln.
Geschichte vom barmherzigen Samariter
Eines der biblischen Beispiele diakonischen Handelns ist die bekannte Geschichte vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37). Dieses Gleichnis erzählt Jesus einem Schriftgelehrten als Antwort auf dessen Frage, wer denn eigentlich sein Nächster sei, den er lieben solle wie sich selbst:
Ein Mann wollte von Jerusalem nach Jericho reisen. Unterwegs überfielen ihn Räuber. Sie nahmen ihm alles ab, was er bei sich hatte, und schlugen ihn und ließen ihn halbtot liegen, bevor sie flüchteten. Nach einiger Zeit kam ein Priester vorbei. Er sah den Mann liegen und ging vorbei. Dann näherte sich ein Levit, und auch er sah den Verletzten dort liegen und ging vorbei. Schließlich aber kam ein Mann aus Samaria zu der Stelle. Er sah den Mann und hatte Mitleid mit ihm. Also ging er zu ihm und behandelte seine Wunden mit Öl und Wein und verband sie ihm. Der Samariter hob den Verwundeten auf seinen Esel und brachte ihn in das nächste Gasthaus, wo er sich um ihn kümmerte. Am nächsten Tag gab er dem Wirt Geld und sagte zu ihm: Sorge gut für den Kranken. Wenn es mehr kostet, als ich dir gegeben habe, bezahle ich dir den Rest, wenn ich wieder vorbeikomme.
Der Schriftgelehrte erkennt, dass der Samariter in Nächstenliebe gehandelt hat und wird von Jesus aufgefordert: "Gehe auch du hin und tue desgleichen."
Diese Geschichte ist immer wieder neu eine Geschichte der Diakonie. Sie zeigt schnelles und wirkungsvolles Handeln, das – ohne nach Gegenleistung oder Anerkennung zu fragen – geleistet wird. Die Geschichte verdeutlicht, was es heißt, in die Nachfolge des dienenden und heilenden Jesus zu treten. In dieser Nachfolge steht die Diakonie, die täglich an ihren Mitmenschen helfend handelt und ihnen dient. Sie gibt der Liebe und Gerechtigkeit Gottes ihre Gestalt in dieser Welt.


